Submitted by admin on Sun, 10/30/2016 - 19:58

Frank von der Deutschen Bahn war 4 Tage bei uns zu Gast. Seine Erlebnisse hat er in diesem Blog Artikel zusammengefasst.

Dienstagnachmittag Marktstr. 8, im Kreativraum der DB Systel im Skydeck Berlin. Zwölf gestandene DB MitarbeiterInnen warten auf ihre temporären neuen Arbeitgeber.

Meiner heißt Carsten, ist promovierter Marketingspezialist und Co-Founder von SciFlow. SciFlow ist ein Tool zum kollaborativen Schreiben von wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Ich bin im zugelost worden. Passt schon.
Nach ein paar Begrüßungsworten verziehen Carsten und ich uns in die Ruhe des nachmittäglichen Skydecks. Wir planen die nächsten gemeinsamen Tage und ich geben Carsten mit einer Einführung zur Lego-Schildkröte Marie-Louise einen Einblick in Lego Serious Play und seine Anwendbarkeit bei Einstellungsgesprächen.

„Was tut man nicht alles, um zu lernen, wie Startups ticken.“

Mittwoch, erster Arbeitstag in Lankwitz. Lankwitz, wo war das noch gleich? Manchen sagen "janz weit draussen", was zumindest aus meiner Perspektive stimmt. Der Co-Working Space der Freien Universität Berlin liegt mindestens 1h15' mittels drei S-Bahnen und einem Bus von meiner Wohnung entfernt. Aber was tut man nicht alles, um zu lernen, wie Startups ticken.

So, angekommen in dieser bunten Mischung aus Kasernenstimmung und 70er Jahre Uni-Bauten. Im sechsten Stock eines ehemaligen Univerwaltungsbaus treffe ich dann Carsten wieder. Hier testet SciFlow gerade die erste servergestützte Version. Manche nennen es Beta, manche lieber Alpha. Fakt ist, man kann es nutzen und daran lernen, wie die finale Version aussehen und funktionieren soll. Ums Funktionieren kümmert sich Frederik, der zweite Co-Founder und Chefentwickler, um die Usability kümmert sich Viktor, der User-Interaction-Spezialist und erste Mitarbeiter/Teilhaber.

„Das unnötiger Ziel, Kollaboration für die Benutzer unter Vermeidung zeitaufwändiger und größtenteils Formatierarbeit, ist schon deutlich erkennbar.“

Mein erster Job, Betatester des neuen Releases. Ich bin mitten in eine sehr aktive Woche geraten, neues Release, erste Userinterviews, Firmenkontaktmesse. Nun also mein erster Kontakt zur eigentlichen Software. Kann noch nicht alles, aber das Ziel, Kollaboration für die Benutzer unter Vermeidung zeitaufwändiger und größtenteils unnötiger Formatierarbeit, ist schon deutlich erkennbar.

Danach das Weekly Standup mit anderen Startups. Alle derzeit dort beheimateten Startups sind vertreten, zwei neue stellen sich vor, der Praktikantenzuwachs bei SciFlow wird interessiert zur Kenntnis genommen. Wie kommt man in so ein Projekt rein?

Nach dem Mittagessen kommt mein zweiter Job, jetzt bin ich Testprotokollant bei Testuser Nummer zwei. Fast noch spannender ist es mitzubekommen, wie man auch das Interview beim Interviewen weiterentwickelt. Fail & Learn live.

Donnerstagmorgen treffen wir uns am Südkreuz und fahren mit dem Auto zum Firmensitz von SciFlow in Magdeburg. Für einen eingeschworenen Bahner wie mich ungewohnt, aber es geht tatsächlich. Und wir haben Zeit, uns auszutauschen.

In Magdeburg an der Otto-von-Guericke-Universität ist unser Stand ziemlich weit hinten im Austellungsbereich. Unsere Befürchtungen, wir könnten uns langweilen, haben sich trotzdem nicht bewahrheitet. Der Andrang ist da, viele Studenten fragen nach Praktikumsplätzen, ein paar Interessenten sind auch an der Stelle zum Javascript-Programmierer interessiert.

„Frühes Feedback führt zu besseren Produkten.“

Freitag habe ich dann den nächsten Job, GUI-Tester bei Viktor. Erkennt man die Icons? Erschließt sich der Sinn dahinter? Wo soll was hin? Drei Vorschläge stehen zur Auswahl und ich bin sicher, keiner davon wir es zum finalen Release unverändert schaffen. Denn genau darum geht es ja. Frühes Feedback führt zu besseren Produkten.

Der Montag als letzter Tag bei meinem Startup gibt mir noch die Chance, den Jungs etwas zurück zu geben. Wir planen einen kleinen Design Thinking Workshop im Skydeck der Deutschen Bahn und machen eine abschließende Feedbackrunde. Was habe ich gelernt? Dass man mit einer guten Idee und Herzblut auch dann etwas auf die Beine stellen kann, wenn man kein Designer-Startup-Loft in Berlin Mitte bewohnt. Dass es sich lohnen kann, die Sicherheit einer festen Position aufzugeben, wenn man an die Idee glaubt, die man umsetzen will.

Danke SciFlow :-)