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The Current Tide (Q2 2021)

Bald sind es schon fünf Jahre, die es SciFlow gibt und stellvertretend für die Tatsache, dass es dennoch immer wieder etwas Neues gibt, folgt hier die erste Ausgabe unserer Current Tides, in der wir die aktuellen Entwicklungen und Strömungen rund um SciFlow, dessen Texteditor und andere Projekte präsentieren.

In dieser Ausgabe:

Editorial

Gemessen an der Reise SciFlows bis hierher in ihrer Gänze, sticht für uns ein zentrales Motiv ganz besonders heraus, und zwar das der Konnektivität. Im akademischen Betrieb wird dieses Motiv unserer Meinung nach in mehrerer Hinsicht deutlich gespiegelt. Jeder wissenschaftliche Text setzt sich in Beziehung zum akademischen Diskurs über Verweise und Referenzen. Diese Verknüpfung lässt sich aber über die rein inhaltliche Ebene hinaus erweitern. Denn es gibt eine Vielzahl an Referenzmanagern, Bibliographieformaten und Textverarbeitungsprogrammen, die man im Sinne dieser Konnektivität miteinander verbinden kann oder sogar muss. Zieht man weiter die verschiedenen formellen Anforderungen heran, die an die Zusammenführung all dieser Teile gestellt wird, ergibt sich ein weitläufiges Netzwerk an inhaltlichen und formellen Knotenpunkten.

Letztendlich ist das ja auch genau die Motivation, aus der SciFlow entstanden ist, diese Elemente zusammenzuführen und an einem Ort zugänglich zu machen. Demnach erscheint es nur logisch, dass eine nachhaltige Umsetzung dieses Ziels am besten in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren innerhalb dieses Netzwerkes funktioniert. Daher sind wir äußerst glücklich und zufrieden mit den Kooperationen, die wir in letzter Zeit in die Wege leiten durften. So können wir Lehmanns Media und Books on Demand als Investoren begrüßen, aber auch Implementation von Duden-Mentor, LanguageTool und ORCID als Featureerweiterungen im Editor vorstellen.

Denn so wie eine Abschlussarbeit oder Paper nie in Isolation betrachtet werden kann, können wir das Ziel, den wissenschaftlichen Schreibprozess zu vereinfachen, nie in Isolation erreichen.

Was gibts Neues?

Was ist passiert im letzten Quartal? Hier gehen wir darauf ein, was sich in den letzten drei Monaten ereignet hat und wie wir dazu stehen.

Die neue Rechtschreibprüfung

Die wohl offensichtlichste Neuerung im noch jungen neuen Jahr ist der Zuwachs in der Seitenleiste. Diese bietet seit Ende Februar mit dem Spellcheck-Menü die Möglichkeit Dokumente auf Tipp- und andere Rechtschreibfehler untersuchen zu lassen.

Ein Beispieltext, in dem über einem falschgeschriebenen Wort ein passender Verbesserungsvorschlag schwebt.


Möglich macht es die Zusammenarbeit mit gleich zwei Tools zur Rechtschreibprüfung: Die Einbindung von LanguageTool überprüft Texte auf Englisch und durch die Unterstützung von Duden-Mentor lassen sich auch deutsche Texte checken. Damit ist beispielsweise auch ein englisches Abstract in einem ansonsten auf Deutsch verfassten Paper unkompliziert auf Tippfehler überprüfbar.

Dieses Release knüpft jedenfalls nahtlos an unserm Ziel an, den akademischen Schreibprozess zu vereinfachen. Denn je schneller und einfacher Tippfehler gefunden und behoben sind, desto mehr Zeit hat man, sich dem tatsächlichen Inhalt zu widmen.

SciFlow öffnet ORCID die Türen

Oder öffnet ORCID SciFlow die Türen? Im Detail vermag man das nicht genau zu sagen, ist aber schlussendlich auch gar nicht wichtig. Wichtig ist vielmehr, was dabei heraus- bzw. hineinkommt. Mittels der ORCID-ID lassen sich nämlich inzwischen die auf ORCID gepflegten Autorendaten und Affiliation direkt mit dem Profil auf SciFlow synchronisieren.

Ein Autorenmenü zur Pflege der eigenen Autoreninformationen mit der Möglichkeit Daten von ORCID einzubetten.

Das vereinfacht nicht nur das Pflegen der eigenen Daten für Paper und Manuskripte, sondern führte auch gleichzeitig zu einem neuen Autoren-Menü in SciFlow, das mit poliertem Interface und neuer Detailtiefe aufwarten kann.

Dabei werden glücklicherweise mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn neben der verbesserten Zugänglichkeit des Menüs lassen sich nun auch die Informationen mitarbeitender Autor*innen für ein Dokument anpassen, falls das einmal nötig sein sollte (natürlich nur solange man Adminrechte an diesem Dokument besitzt).

Neues BMBF-Projekt: Academic Publishing Suite

In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg und der Martin-Luther-Universität Halle konnte sich SciFlow die Förderung des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) für eie neues Projekt sichern. Dabei steht die Open Source Academic Publishing Suite (OS-APS) im Zentrum, die ein medienneutrales Publizieren ermöglichen soll.

Ziel ist es, XML-basierte Workflows anzubieten, die das Erstellen von Exportformaten im gewünschten Verlagsdesign automatisiert und ohne spezifische Kenntnisanforderungen ermöglichen. Da damit auch kostenintensive Redaktions- und Content-Management-Aufgaben vermieden werden, richtet sich dieses Angebot auch an kleinere Universitäts- oder mittelständische Wissenschaftsverlage.

Die Entwicklung der OS-APS geschieht unter Rückgriff auf und Erweiterung von Open Source-Komponenten wie OJS, OMP und Pandoc. Dadurch können für die Suite entstandenen Produkte auch open source genutzt werden.

Der Förderungszeitraum für das OS-APS-Projekt beläuft sich auf zwei Jahre und die Reise beginnt hier erst tatsächlich. Den Gedanken, mit SciFlow das wissenschaftliche Schreiben zu vereinfachen, um die Erleichterung des digitalen Publizierens zu erweitern, erscheint uns allerdings ohnehin als logischer nächster Schritt für die Zukunft. Deshalb schauen wir mit Zuversicht und Optimismus auf die voranliegende Entwicklung dieses Projektes.

Template des Quartals: Das Report Template

Es muss sich ja nicht immer um alles um Academia drehen: Unsere Report-Templates bieten eine Grundlage für jede Art von Dokumenten, die eines zuverlässigen Formats für verschiedene offizielle oder inoffizielle Anlässe bedürfen.

Im Report-Template enthalten:

  • Titelblatt inkl. Inhaltsverzeichnis
  • Running Header
  • Seitenzählung
  • Frei wählbarer Zitierstil

SciFlow-Trickkiste

Inzwischen gibt es ein diverses Raster an Tipps, Tricks und Kniffen, um spezifische, aber auch allgemeinere Hürden des wissenschaftlichen Schreibens mit SciFlow zu meistern.

Trickkiste für: Journal-Autor*innen, die Abbildungen separat hochladen müssen.
Die gewünschten Abbildungen im Editor einfach einpflegen und benennen. Beim Export mit Templates, die ein separates Hochladen erfordern, werden lediglich Bezeichnung und Anmerkungen an der entsprechenden Stelle eingefügt.

Trickkiste für: Die eine Hausarbeit, die ein Abkürzungsverzeichnis braucht.
Für Abkürzungsverzeichnisse in SciFlow einfach eine Tabelle mit zwei Spalten nutzen: Eine Spalte für die Abkürzungen und die andere für die Erklärungen. Wenn man der Tabelle keinen Namen gibt, wird sie auch nicht im Tabellenverzeichnis geführt.

Home Office Is Where the Heart Is

Über ein Jahr Pandemie und in vielen Fällen gleichbedeutend mit dem trauten Heim als Arbeitsplatz. Mit einem zwinkernden Auge schauen wir hier auf die eigenen vier Wände als Büro und bis jetzt ist uns nicht ganz klar, ob das als Ausgleichsort für unsere Lesenden oder als Coping-Mechanismus für uns selber dienen soll ‒ warum nicht einfach beides?

Neue Berufsgruppen der Pandemie: Home-Ofice-Feel-Good-Officer

Eine auf einem Stuhl liegende Katze, die bekuschelt wird.

Andernfalls äußerst unangemessen, wird dieses Mitglied meines persönlichen Heimbüros
in Zärtlichkeiten und Kuscheleinheiten vergütet.

Was SciFlow durch den Kopf geht

Dieser Ausblick in die mögliche Zukunft beginnt mit einem Blick zurück. Denn die Entwicklung SciFlow bis hierhin war deutlich vom Feedback und den praxisnahen Wünschen unserer Nutzer*innen geprägt. Daran wollen wir auch weiterhin festhalten, weshalb auch das nächste geplante Feature nah an unseren Herzen liegt: Change Tracking in SciFlow.

Diese Idee kommt nicht spontan und ist seit langem Teil der Überlegungen zur weiteren Entwicklung SciFlows ‒ nicht zuletzt auch durch das explizit geäußerte Interesse unsere Nutzer*innen. Da unser kleines Team über die Zeit stetig an Zuwachs gewann, fühlen wir uns nun gewappnet, diesem Thema in einer angemessenen Art und Weise zu begegnen.

Durch das große Interesse an diesem Feature, sind wir uns aber auch durchaus bewusst, welch vielfältigen und unterschiedlichen Erwartungen an dieses Unterfangen geknüpft sind. Dabei gilt für uns, wie in den letzten Jahren auch, die Prämisse ein offenes Ohr zu behalten, unsere Nutzer*innen mit einzubeziehen und mit diesem Feedback und daraus entstehenden Anpassungen und Verbesserungen zu einem zuverlässigen Ergebnis zu gelangen. Denn letztendlich stellt Change Tracking für uns kein Prestigeprojekt dar, sondern ist eine genuiner Teil unseres Bestrebens die Zusammenarbeit mit allen Co-Autor*innen angenehmer und effizienter zu machen.

Wer bis zum Ende liest, kann mit dem Schreiben anfangen!

Der Artikel ist hiermit zu Ende und Katzenfotos gibt es leider auch keine mehr – dafür kann man bei Interesse von hier aus direkt in der App vorbeischauen.

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