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Internetquellen zitieren - Tipps & Beispiele für Deine Arbeit

Bei der Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit können neben der klassischen Zitation von Druckerzeugnissen, auch Quellen aus dem Internet relevant sein. Hierbei sind ein paar Besonderheiten zu beachten, um die Genauigkeit der Referenz sicherzustellen. Vorab sei zudem gesagt, dass gedruckte Quellen immer den Vorzug gegenüber digitalen Quellen erhalten sollten. Das liegt an der Unveränderbarkeit von Büchern und Zeitschriften sowie an der teils einfacher zu beurteilenden Seriosität der Veröffentlichungen.

Inhaltsverzeichnis:

Quellenkritik nimmt einen besonderen Stellenwert ein

Bevor es überhaupt losgehen kann mit dem Zitieren einer digitalen Quelle, ist eine genaue Begutachtung der Quelle essentiell. Für wissenschaftliche Arbeiten sollten ausschließlich als sehr seriös eingestufte Referenzen genutzt werden, da die Glaubwürdigkeit der eigenen Arbeit maßgeblich von den genutzten Quellen abhängig ist. Das gilt für Hausarbeiten genauso wie für Bachelor- und Doktorarbeiten und alle weiteren Veröffentlichungen.

Um zu bewerten, ob die vorliegende Internetquelle vertrauenswürdig ist, bietet sich ein Blick auf die folgenden Kriterien an:

  • Hat die Internetseite ein Impressum?
    Was banal klingt, schließt die besonders unseriösen Quellen bereits auf den ersten Blick aus. Wer seinen Klarnamen nicht in einem Impressum unterbringt, ist als Primärquelle untauglich. Solche Seiten sollten maximal als Sprungbrett zur Recherche weiterer Quellen genutzt werden.
  • Gehört die Webseite zu einer anerkannten Organisation?
    Webseiten von Universitäten, staatlichen Instituten, anerkannten Verlagen oder Fachzeitschriften gelten in der Regel als vertrauenswürdig. Hier sollte allerdings beachtet werden, dass Printerzeugnisse, die auch als Online-Publikation verfügbar sind, aus der Printfassung zitiert werden sollten. Einzige Ausnahme: Die Online-Veröffentlichung weicht in wichtigen Punkten von der Druckversion ab.
  • Gibt es eine:n erkennbaren Autor:in?
    Dieser Punkt ist sowohl für die formale Quellenangabe wie auch für die Prüfung der Seriosität wichtig. Ist kein:e Autor:in angegeben, kann ein Blick ins Impressum helfen. Hier ist häufig angegeben, wer inhaltlich für die Texte der Webseite Verantwortung trägt. Optimal ist jedoch eine direkte Angabe zu der konkreten Veröffentlichung.
  • Werden in der potentiellen Quelle ebenfalls (gute) Quellen angegeben?
    Sei es durch Verlinkung oder durch eine Liste der genutzten Quellen am Ende des Textes: Die Angabe der Herkunft der eigenen Informationen ist ein gutes Zeichen für eine seriöse Quelle.
  • Ist der Informationsgehalt hoch und der Inhalt einzigartig?
    Hilfreiche Texte müssen sich nicht immer als Quellenangaben eignen. Manchmal sind sie einfach eine Hilfestellung oder helfen auf der Suche nach guten Primärquellen.

Wichtige Hinweise zum Zitieren von Internetquellen

Ist die Entscheidung für eine Quelle gefallen, die zitiert werden soll, müssen bei der Zitation einige Dinge beachtet werden.

Folgende Informationen sind für das Zitat notwendig:

  • Verfasser:in der Quelle
    Falls diese Information nicht direkt am Text auffindbar ist (was ein Hinweis auf eine weniger seriöse Ressource sein kann), sollte der Name im Impressum übernommen werden oder es muss der Hinweis “o. V.” (ohne Verfasser:in) gegeben werden.
    Beispiel: Frederik Eichler
  • Titel der Quelle
    Sollte kein Beitragstitel vorhanden sein, kann der Seitentitel genutzt werden (auch hier handelt es sich eventuell jedoch um eine ungepflegte Seite mit wenig Aussagekraft).
    Beispiel: “Internetquellen richtig zitieren leicht gemacht”
  • Benennung der Webseite
    Hier sollte noch einmal die Art der Quelle deutlich werden, indem die Worte “Webseite” oder “online” untergebracht werden. Bei großen Webseiten mit vielen unterschiedlichen Bereichen, sollte auch die Rubrik benannt werden, in der der Bezugstext untergebracht ist.
    Beispiel: Website der SciFlow GmbH
  • Veröffentlichungsdatum
    In der Regel ist das Datum der Veröffentlichung am Artikel selbst zu finden - gerade bei wissenschaftlichen und journalistischen Beiträgen. Ist das Datum nicht vorhanden, wird das Abrufdatum in der Kurzreferenz verwendet oder es muss als “o. D.” (ohne Datum) gekennzeichnet werden.
  • URL der Quelle
    Die URL muss in ihrer Gesamtheit angegeben werden und darf nicht eingekürzt werden. Bei der Zeilentrennung im Literaturverzeichnis muss auf die Trennstriche innerhalb der Domain geachtet werden. Es sollten keine Trennstriche eingefügt werden, um den Zeilenumbruch zu kennzeichnen (dies fügt zusätzliche Zeichen zur URL hinzu und verfälscht diese dadurch. Gleichzeitig sollte die Trennung im besten Fall mitten im Wort stattfinden und nicht an einer Stelle der URL, an der bereits ein Trennzeichen besteht. Dies könnte bei Leser:innen zu Verwechslungen führen.
  • DOI
    Sollte eine DOI-Nummer vorhanden sein, kann diese anstelle der URL oder auch zusätzlich zur URL angegeben werden. Diese Information ist kein Muss und kann bei Nichtvorhandensein weggelassen werden.
  • Datum des Webseitenaufrufs
    Da Inhalte auf Webseiten sich jederzeit ändern können, ist für die Quellenangabe eine Angabe des Zeitpunkt des Abrufs unerlässlich. Dabei sollte die Angabe mindestens auf den Tag genau sein; bei Webseiten mit einer hohen Fluktuation und vielen Updates (wie etwa großen Online-Zeitungen) kann auch ein Hinweis auf die Uhrzeit sinnvoll sein.
    Beispiel: 17.05.2020, 17:52 Uhr MEZ

Um eine gute Möglichkeit für den späteren Nachweis der Inhalte auf einer URL zum Abrufzeitpunkt zu haben, empfehlen wir einen Screenshot von der Seite zu machen und abzuspeichern. So kann schnell auf etwaige Nachfragen reagiert werden. Hier können aber auch Internetverzeichnisse hilfreich sein, wie etwa die Wayback Machine.

Quellenangaben sollten nicht als Hyperlink hinterlegt werden. Dies führt in der Regel zu farblicher Abhebung und Unterstreichung der URL, was in der Druckversion der Arbeit zu Irritationen führen kann. Darauf sollte daher besser verzichtet werden.

Internetquellen in Text und Literaturverzeichnis - ein paar Beispiele

Sind die Quellen in ihrer Seriosität bewertet und alle Informationen zusammengesucht, müssen die Angaben korrekt in der eigenen Arbeit wiedergegeben werden. Als Beispiele führen wir hier einmal die gängigsten Zitierweisen an. Dabei möchten wir darauf hinweisen, dass es an jedem Institut kleine Abweichungen von der Norm geben kann, sodass wir eine kurze Nachfrage vorab empfehlen.

Deutsche Zitierweise

In der Deutschen Zitierweise werden die Quellenangaben im Fließtext mit Hilfe von Fußnoten dargestellt. Hier dazu ein Beispiel:

In diesem Fließtext haben wir eine Quellenangabe eingebaut - einmal als Vollbeleg1 und einmal als Kurzbeleg2. Auf ein direktes Zitat wollten wir auch nicht verzichten: “Mit SciFlow wird Zitieren einfacher.”3

Im Fußnotenbereich der entsprechenden Seite finden sich dann folgende Angaben:

1 Vgl. Eichler, Frederik: So arbeitest Du richtig mit SciFlow, in: Onlineportal der SciFlow GmbH, 17.05.2020, https:/www./sciflow.net/so-geht-es-richtig/ [20.05.2020]
2 Vgl. Eichler, 2020
3 Eichler, 2020

Harvard-Zitierweise

In der Harvard-Zitierweise wird im Text nur auf ein Kürzel verwiesen, welches im Literaturverzeichnis als volle Quellenangabe zu finden ist.

In diesem Fließtext haben wir eine Quellenangabe eingebaut (Eichler, 2020).

Im Literaturverzeichnis findet sich dann folgende Angabe:

Eichler, Frederik (2020): So arbeitest Du richtig mit SciFlow, in: Onlineportal der SciFlow GmbH, https:/www./sciflow.net/so-geht-es-richtig/ [20.05.2020]

APA-Zitierweise

In der APA-Zitiation wird ebenfalls nur ein kurzer Verweis im Fließtext gegeben, dessen zugehörige Quellenangabe dann im Literaturverzeichnis auffindbar ist.

In diesem Fließtext haben wir eine Quellenangabe eingebaut (Eichler, 2020).

Im Literaturverzeichnis:

Eichler, Frederik (2020, Mai 17): So arbeitest Du richtig mit SciFlow, abgerufen 20.05.2020 von https:/www./sciflow.net/so-geht-es-richtig/

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Fazit: so klappt es mit der Zitation von Quellen aus dem Internet

Zusammenfassend lassen sich folgende wichtige Punkte feststellen:

  • Internetquellen sollten eher die Ausnahme bleiben und Druckerzeugnissen den Vorrang geben.
  • Quellen müssen gerade im Internet gut auf Seriosität geprüft werden.
  • Das Abrufdatum darf auf keinen Fall vergessen werden, da die enthaltenen Inhalte sonst nicht nachverfolgt werden können.
  • Diese Informationen dürfen auf keinen Fall fehlen: Autor:in, Überschrift, Webseitenbeschreibung, URL, Abrufdatum, Veröffentlichungsdatum.
  • Das Format der Quellenangabe hängt, wie immer, von der Art des Zitationsstils ab.
Stefanie Andres

Stefanie Andres studierte Veterinärmedizin und ist nun seit einigen Jahren im digitalen Marketing beschäftigt. Sie arbeitet als Online Marketing Managerin bei SciFlow und ist zudem als Autorin tätig. Sie wirkte an mehreren Publikationen mit, die sich mit internetbasierten Fortbildungen zur Antibiotikaresistenz-Vermeidung in der Tiermedizin befassen.