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Direktes Zitat - korrekte Anwendung in wissenschaftlichen Arbeiten

Wer in seiner wissenschaftlichen Arbeit ein direktes Zitat verwendet, übernimmt wortgetreu eine Aussage anderer Autor:innen. Eine Quelle wird also „buchstabengetreu“ wiedergegeben. Ein solches Zitat wird immer durch doppelte Anführungszeichen am Anfang und Ende gekennzeichnet und mit einer entsprechenden Quellenangabe versehen. Wir gehen die wichtigsten Regeln bei der Verwendung direkter Zitate durch. Du solltest in jedem Fall die Richtlinien Deines Instituts durchgehen und dort nach Besonderheiten in den Anforderungen schauen.

Beispiele für direkte Zitate - wann machen sie Sinn?

In wissenschaftlichen Arbeiten gilt ganz allgemein: Je weniger direkte Zitate, desto besser. Hauptsächlich solltest Du beim Schreiben Deiner Arbeit also auf indirekte, paraphrasierte Zitate zurückgreifen. Das dient zum einen der besseren Lesbarkeit des Textes, da direkte Zitate den Lesefluss hemmen. Gleichzeitig zeigt eine gute Paraphrasierung gleich auch viel Quellenverständnis und ermöglicht eine flexiblere Einordnung von Zitaten in Deine Argumentation. Eine Arbeit sollte sich nie wie eine Aneinanderreihung von Zitaten lesen, sondern hauptsächlich eine in Eigenleistung erarbeitete Argumentation abbilden.

Direkte Zitate sind dagegen sinnvoll, wenn Du eine Definition angibst, Du die Formulierung der zitierten Stelle herausstellen möchtest oder wenn jegliche Umschreibung der eigentlichen Aussage nicht mehr gerecht werden würde.

Fehler müssen übernommen werden

Direkte Zitate werden Wort für Wort übernommen – das gilt auch für Rechtschreibfehler oder Druckfehler, die in der Originalquelle enthalten sind. Es ist auch nicht erlaubt, alte Rechtschreibung in die aktuelle Rechtschreibung zu überführen. Wenn Du allerdings einen Fehler zitierst, solltest Du diesen durch die Kennzeichnung [sic!] markieren. sic! steht für „Sic erat scriptum!“, was übersetzt etwa „so stand es geschrieben“ bedeutet. Damit machst Du für Deine Leser:innen deutlich, dass diese Schreibweise wirklich genau so in der ursprünglichen Quelle vorkam und der Fehler nicht Dir passiert ist. Der Einschub wird immer direkt innerhalb des Zitates an der zu markierenden Stelle gemacht. Etwa so:

„Dies ist ein valsches [sic!] Zitat.“

Doppelte Anführungszeichen werden zu einfachen Anführungszeichen

Wenn in dem Zitat, das Du verwenden möchtest, bereits Wörter oder Passagen mit doppelten Anführungszeichen versehen sind, wandelst Du diese in Deinem Zitat in einfache Anführungszeichen um. So bleibt das Zitat innerhalb Deines Zitats erhalten, Verwechslungen sind aber ausgeschlossen.

„Dies ist der zitierte Satz, der wiederum ‚etwas anderes zitiert‘ und entsprechend einfache Anführungszeichen verwendet.“

Lange direkte Zitate einrücken & hervorheben

Lange Zitate, die über mehr als drei Zeilen hinaus gehen, müssen eingerückt werden, um sie vom restlichen Text abzuheben. Hierbei rückst Du das Zitat mindestens einen Zentimeter ein und verringerst die Schriftgröße sowie den Zeilenabstand. In diesem Fall ist keine Verwendung von Anführungszeichen nötig. Die Quellenangabe selbst erfolgt am Ende der Einrückung entsprechend der Regeln des gewählten Zitierstils. Diese Art der Darstellung stellt eine gute Lesbarkeit sicher und grenzt das Zitat deutlich vom Fließtext ab. Frage Dich bei solch langen Zitaten immer, ob es für deine Argumentation in dieser Form benötigt wird.

Teile des Zitats können weggelassen werden

Es ist möglich Satzteile oder einzelne Wörter aus zitierten Passagen zu entfernen. Dies wird bei einzelnen Wörtern durch (…) gekennzeichnet, bei mehreren Wörtern mit […]. Wichtig bei Auslassungen ist, dass die Aussage des zitierten Textes auf keinen Fall verfälscht werden darf. Am Anfang und Ende des Zitats ist kein Hinweis auf Auslassung notwendig – es wird einfach davon ausgegangen, dass es in den meisten Fällen vor und hinter Deinem Zitat weiteren Text gibt.

Auslassungen oder Klammern aus dem Originaltext übernehmen

Sind im Originaltext Auslassungen gekennzeichnet oder werden runde oder eckige Klammern genutzt, kannst du diese entsprechend in Deinem Zitat übernehmen. Dabei solltest Du dann aber bei der Quellenangabe auf die Übernahme dieser Kennzeichnungen hinweisen, damit keine Verwirrung entsteht und es einfach zu erkennen ist, von wem diese Hinweise gesetzt wurden.

„Dies ist ein (…) Beispielsatz“ (Andres, 2020, S.20, Auslassung im Orig.).

Gleiches gilt auch für Hervorhebungen wie Fettdruck oder kursive Wörter. Diese sind zu übernehmen mit einem Hinweis darauf, dass sie im Original entsprechend hervorgehoben waren.

„Dies ist ein Beispielsatz“ (Andres, 2020, S.20, Hervorh. im Orig.).

Anmerkungen innerhalb des Zitats

In manchen Fällen können Anmerkungen bereits innerhalb eines direkten Zitates sinnvoll sein, zum Beispiel um den Kontext herzustellen oder Ausdrücke zu erklären. Auf diese Möglichkeit sollte nur in Ausnahmefällen zurückgegriffen werden. Der Vermerk geschieht immer innerhalb einer eckigen Klammer.

„Hier geht es um direkte Zitate [Wort für Wort übernommen; Anmerk. d. Verf] und ihre Verwendung“

Fremdsprachen müssen (oft) übersetzt werden

Englische Zitate dürfen in aller Regel ohne Übersetzung genutzt werden, da ein Verständnis in allen akademischen Richtungen vorausgesetzt wird. Alle anderen Fremdsprachen bedürfen einer Übersetzung, sofern sie in Deiner Wissenschaftskultur nicht verbreitet ist. So kann es im Studium der Skandinavistik ein schwedisches Zitat durchaus auch ohne Übersetzung verständlich sein.

Ist eine Übersetzung sinnvoll, muss diese entweder vorgestellt kenntlich gemacht werden:

„Das folgende Zitat wurde aus dem Dänischen übersetzt von der Autorin:“

oder in der Quellenangabe:

(Andres 2020, 2 - Übersetzung d. Verf.).

Fazit - direkte Zitate bewusst verwenden

Direkte Zitate sollten nur in begründeten Fällen genutzt werden, in denen die Wortwahl sehr wichtig ist oder eine Paraphrasierung dem eigentlichen Text nicht gerecht werden würde.

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Stefanie Andres

Stefanie Andres studierte Veterinärmedizin und ist nun seit einigen Jahren im digitalen Marketing beschäftigt. Sie arbeitet als Online Marketing Managerin bei SciFlow und ist zudem als Autorin tätig. Sie wirkte an mehreren Publikationen mit, die sich mit internetbasierten Fortbildungen zur Antibiotikaresistenz-Vermeidung in der Tiermedizin befassen.